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Kommune der Seligen

Abseits der Städte – zurückgezogen im Hinterland der nordamerikanischen Prärie – lebt ein kleines Volk einen eigenwilligen Weg, von dem bisher nur wenige Außenstehende eine genauere Vorstellung haben. Die deutschstämmigen Hutterer sind die direkten Nachfahren der radikalen „Wiedertäufer“ der Reformationszeit. Nach jahrhundertlangen Verfolgungen und Wanderungen sondern sie sich von der Außenwelt weitgehend ab. Sie lehnen Fernsehen, Radio und andere Medien ab und behüten dadurch ihr geistiges Erbe und ihre oppositionelle Lebensform, ihren alpenländischen Dialekt und die mittelalterliche Bauerntracht mit Hosenträger und Kopftuch.
Der Film „Kommune der Seligen“ gelang erst nach langjähriger Vertrauensarbeit, da das „Bildl obnehmen“ in die Nähe der weltlichen Sünden wie der „Augnlust“ und der Eitelkeit zugerechnet wird. Mit Empathie und Hartnäckigkeit entstand die vermutlich allererste lange filmische Beobachtung aus dem Innenleben einer Hutterer-Gemeinschaft mit ihrer kibbuzartigen Kommune. Ein Blick auf eine menschliche Lebensweise jenseits der modernen Industriekultur, auf die Sensibilität des einfachen Lebens, und auf die Begrenztheit menschlicher Hoffnungen.


Dokumentarfilm + 2004 + 96 Minuten + DigiBeta 16:9
Regie: Klaus Stanjek + Kamera: Volker Gerling + Montage: Bettina Blickwede +
Produktion:
Cinetarium und Ö-Film GmbH + in Kooperation mit ZDF/arte
Premiere: IDFA Amsterdam 11/04 + Festivals: komplette Liste

Erstaustrahlung: auf arte am 13. Februar 2006 um 22:25 Uhr
Vertrieb: 4 TV Versionen: Deutsche Fassungen (96min + 58min) bzw. Englische Fassungen (96min + 58min) 16:9 PAL
Vertriebspartner Ö-Film GmbH (Berlin)

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Erste Reaktionen:

'Eine schöne, ehrliche, nachhaltige Welt. Ohne allzu viel Neid und Gier und Ego, ohne I-Pods, Überschuss oder Eitelkeiten, ohne das rastlose Suchen der Welt ringsum nach dem Schmierstoff Geld...'
Jan Freitag, Frankfurter Rundschau, 13.2.06

'Die Autoren nähern sich dieser sich von der Außenwelt abschottenden „Kommune der Seligen“ sehr behutsam, mit großer Dezenz, unaufgeregt, nie voyeuristisch. Grundhaltung ist sowohl die Neugier als auch die Toleranz gegenüber dieser selbst gewählten „anderen“ Form sozialen Verhaltens ...'
Fred Gehler für den Gutachterausschuss der FBW / Jan. 06

'Dem Film, dessen Realisierung Stanjek mehrere Jahrzehnte hartnäckig betrieben hat, gelingt bewundernswert die Balance zwischen Zurückhaltung und naturgemäß neugierigem Blick.'
Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel, 11.10.05

'Man sieht den Alltag dieser Menschen in ruhigen Bildern und mit unaufgeregter Distanz. Das lässt Raum für Kritik, aber auch für Zuneigung und Respekt für diese warmherzigen Menschen und ihre gelebte Utopie. Gewaltlosigkeit, der Verzicht auf Privateigentum... Urchristliche Ideale werden zur Herausforderung.'
Martina Knoben, Süddeutsche Zeitung, 6.5.05

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